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Botschafter Jurado zur aktuellen Situation des Rechtsstreits um den multinationalen Konzern Chevron

Pressemitteilung der Botschaft von Ecuador – 14.03.2014

 Botschafter Jurado zur aktuellen Situation des Rechtsstreits um den multinationalen Konzern Chevron

Botschafter Ecuadors präsentiert Abiturienten das medizinische Potential der Artenvielfalt des Nationalparks Yasuní im ecuadorianischen Regenwald

Mehr Fotos: Pressemitteilung_Ferdinand_Runge-Gymnasium_2014

Heute Vormittag erklärte der Botschafter der Republik Ecuador in der Bundesrepublik Deutschland, Dipl.-Ing. Jorge Jurado, den Schülern einer Klasse des Ferdinand Runge-Gymnasiums (Oranienburg) die welweite Bedeutung des tropischen Regenwalds im Osten des südamerikanischen Landes und informierte über den aktuellen Stand des Falls Chevron-Texaco, worüber sie ein von Amazon Watch unterstütztes informatives Video sahen.

Botschafter Jurado hob hervor, dass in Ecuador eine Fläche so groß wie das Land Costa Rica Naturschutzgebiet bzw. vor Entwaldung geschütztes Gebiet ist, das heißt 38% des ecuadorianischen Staatsgebietes. Er erklärte, dass die von Ecuador 2007 vorgeschlagene Initiative Yasuní-ITT abgebrochen werden musste, da die Weltgemeinschaft, insbesondere die Industristaaten, welche die Verantwortung für die Erderwärmung tragen, Ecuador mit dieser auf Kompensation setzenden, innovativen Initiative im Stich ließen. Doch die Ölförderung würde auf lediglich maximal 100 Hektar des Nationalparks stattfinden, das heißt ein Tausendstel seiner Fläche. Insbesondere würden keine Straßen gebaut, versicherte Botschafter Jurado, über welche Menschen in den Urwald eindringen könnten und durch Rodung schlimme Schäden anrichten würden. Stattdessen werden die neuesten technologischen Möglichkeiten der Ölförderung genutzt. „Das Hautsekretgift einer neu entdeckten Froscharten des Yasuní-Nationalparks hat beispielsweise die Gewinnung des wirksamsten Betäubungsmittels erlaubt“, betonte Botschafter Jurado zum enormen medizinischen Potenzial der dortigen Biodiversität: Yasuní ist der Nationalpark mit der höchsten Artenvielfalt der Erde.

 

Zum Fall Chevron-Texaco wies S.E. Jorge Jurado auf die Entscheidung der kanadischen Justiz hin, die den Weg für einen möglichen Prozess gegen Chevrons Aktiva in Kanada freimachte, um die Durchführung des ecuadorianischen Urteils, das seit Ende 2013 vom Obersten Gerichtshof Ecuadors bestätigt ist, zu ermöglichen.

Auf die Frage nach der Wasserversorgung in den von Texaco verseuchten Landstrichen antwortete der Diplomat, dass die Regierung des Präsidenten Rafael Correa Delgado begonnen hat, der Bevölkerung sauberes Trinkwasser zukommen zu lassen. Was die Bekämpfung des Problems der verseuchten Böden angeht, so bestehe die Möglichkeit der Reinigung durch Bakterien nach Aushebung der betroffenen Böden. Doch dies sei sehr kostspielig und das Reinigen des Grundwassers noch viel teurer, weswegen die Umseztung der ecuadorianischen Gerichtsentscheidung unabdingbar sei.

Die von Chevron vor einigen Jahren durchgeführten Sanierungsarbeiten, wobei nur Erde über die Ölsammelbecken gekippt wurde, stellten ein „Täuschungsmanöver“ dar, so Botschafter Jurado weiter: „Fast alle lateinamerikanischen Staaten unterstüzen die ecuadorianische Kampagne zur Gerechtigkeit im Fall Chevron-Texaco“. Diese Kampagne mit dem Titel Die schmutzigen Hände Chevrons wird in der BRD bereits von Abgeordneten der Partei Die Linke sowie Bündnis 90/Die Grünen unterstützt und die Botschaft von Ecuador plant gegenwärtig eine deutschlandweite Kampagne, um mehr Rückhalt bezüglich dieser dringenden Rechtssache zu erhalten.